Kommunikation
3 Tipps für Selbstsicherheit
Teil 1
Ihr habt entschieden: Kommunikation steht im Fokus!
Euer Interesse am Thema Kommunikation freut mich sehr – und deshalb widme ich den allerersten Psychodings-Blogartikel genau diesem spannenden Bereich. Ich hoffe, dass dir das Lesen genauso viel Freude bereitet wie mir das Schreiben.
Kennst du das?
- Es fällt dir schwer, Dinge anzusprechen oder klar zu deiner Meinung zu stehen?
- Du zögerst, weil du denkst: „Ach, vielleicht übertreibe ich.“ oder „So wichtig ist es doch gar nicht.“?
- Du hast Angst, die Beziehung zu anderen zu gefährden oder jemanden zu verletzen – oder selbst verletzt zu werden?
Es gibt so viele Gründe, die uns davon abhalten, für uns selbst einzustehen. Und mit jedem Mal, wenn du dich in die zweite Reihe stellst, entfernst du dich ein Stück weiter von diesem Moment:
„So, jetzt bin ich dran!“
Aber stell dir vor:
- Du könntest jederzeit deine Meinung äußern – ohne Angst vor Gegenwind.
- Du würdest Grenzen setzen, ohne dich bei jeder Diskussion in Frage zu stellen.
- Du wärst stabil und sicher in dir selbst, bereit, für deine Bedürfnisse einzustehen.
Wäre das nicht großartig?
➡️ Heute startet die Blog-Reihe Kommunikation ⬅️
3 Tipps für selbstsichere Kommunikation – Teil 1
1. Bleib entspannt
Vielleicht denkst du dir: „Entspannt bleiben? Wie soll das gehen? Mein Gegenüber beschuldigt mich, bringt mich auf die Palme – und ich soll ruhig bleiben?“
Ja, genau das ist der Schlüssel! Entspannt zu bleiben, hilft dir, klar und bewusst zu reagieren, statt impulsiv zu handeln. Es gibt einfache Übungen, die dich unterstützen können – und das Beste daran: Dein Gegenüber merkt davon nichts! Mehr dazu erzähle ich dir in Teil 2.
Jetzt verrate ich dir etwas Entscheidendes:
Um klare Entscheidungen zu treffen und so zu reagieren, wie du es möchtest, musst du im Vorderhirn bleiben.
Das Vorderhirn ist der Bereich deines Gehirns, in dem Vernunft, Erfahrung und Realitätssinn zu Hause sind. Hier hast du Zugriff auf all dein Wissen, das du in deinem Leben gesammelt hast, und kannst bewusst steuern, wie du dich verhältst.
Im Vorderhirn sitzt nicht nur deine Vernunft – hier finden sich auch deine Sprache, dein Humor und deine Fähigkeit, gesunde Beziehungen zu erleben. Es ist der Ort, an dem du die Kontrolle behältst und in Gesprächen selbstsicher agieren kannst.

Dein Vorderhirn - Der Präfrontale Cortex
In deinem Vorderhirn, genauer gesagt in deinem präfrontalen Cortex, sitzen viele großartige Fähigkeiten, die dich unterstützen können. Dieser Bereich deines Gehirns ist wie ein persönliches Werkzeugkasten für anspruchsvolle Aufgaben. Hier einige der Fähigkeiten, die dort „zu Hause“ sind:
- Kognitive Funktionen
- Lernen und Erfahrung
- Impulskontrolle
- Sprache und Humor
- Intelligenz und Kreativität
- Vernunft und realistisches Einschätzen
- Beziehungsfähigkeit
Und noch vieles mehr.
Es macht also absolut Sinn, dass du in Gesprächen, Diskussionen oder beim Formulieren deiner Wünsche bewusst versuchst, in diesem Bereich deines Gehirns zu bleiben. Denn hier liegt die Kraft, vernünftig, klar und konstruktiv zu denken – eine echte Superpower, wenn es um Kommunikation und Entscheidungen geht!
Aber ACHTUNG!
Manchmal können wir so stark getriggert werden, dass wir förmlich aus unserem Vorderhirn „kippen“.
Das passiert oft schneller, als uns lieb ist – zum Beispiel durch einen einzigen Satz unseres Gegenübers. Einem sogenannten Triggersatz.
Triggersätze sind gemein. Sie treffen uns oft unerwartet und zielen direkt auf unsere wunden Punkte – die, die wir doch so gerne verstecken möchten.
Wie genau solche Sätze wirken und wie du damit umgehen kannst, werde ich in einem eigenen Blogartikel näher beleuchten.
Beipiele für Triggersätze, die du vielleicht kennst.
- Das schaffst du sowieso nicht.
- Ist das dein Ernst?
- Das hätte ich nie von dir erwartet.
- Das weiss doch jeder!
Was passiert, wenn wir aus dem Vorderhirn kippen?
Zuerst: Wohin kippen wir eigentlich?
Wir rutschen ins Hinterhirn, den ältesten Teil unseres Gehirns, der darauf spezialisiert ist, uns vor Bedrohungen zu schützen. Früher waren es Säbelzahntiger oder die Keule des Höhlennachbarn. Heute reichen schon ein Blick, ein Wort oder eine Geste, um uns ein Gefühl von Abwertung, Angriff, Bedrohung oder gar Ohnmacht zu vermitteln.
Im Hinterhirn verlieren wir den Zugang zu unseren wunderbaren Ressourcen und Fähigkeiten. Stattdessen übernehmen hier die biologischen Stressreaktionen die Kontrolle – angetrieben von alten, oft unangenehmen Lernerfahrungen und den Mustern, die daraus entstanden sind.
Kennst du die „Fünf Fs“?
Bei großer Bedrohung reagiert unser Hinterhirn fast automatisch mit einem dieser fünf Impulse:
- FIGHT: Kämpfen
- FLIGHT: Fliehen
- FIDDLE: Ablenken, Beschwichtigen
- FREEZE: Erstarren
- FAINT: Ohnmacht
Diese Stressreaktionen sind tief in uns verankert und dienen unserem Überleben – auch wenn sie uns in vielen modernen Situationen eher blockieren, als dass sie uns helfen.
Was genau hinter diesen Reaktionen steckt und wie du sie erkennst, habe ich dir heute in ein PDF gepackt.
Lass mich gerne wissen, wenn du mehr darüber erfahren möchtest! Ich kann das Thema gerne in einem der nächsten Psychodings vertiefen. Schreib mir einfach an community@psychodings.com

